BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Düsseldorf
Wahlprogramm 2004 - 2009

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Ökologische Stadt

Grün in der Stadt

Düsseldorf braucht mehr Grün. Bei der vom Land initiierten und geförderten EUROGA konnten die Düsseldorferinnen und zahlreiche Besucher erleben, wie schön und wichtig Düsseldorfs Parkanlagen sind. Wohnortnahes Grün spendet Lebensqualität, Schatten und frische Luft. Gerade im Sommer merken wir, wie sehr sich die Hitze in der (Innen-) Stadt staut. Hohe Gebäude, dunkle oder Glasfassaden, versiegelte Hinterhöfe und viel Asphalt heizen die Stadt im Sommer bei windarmen Wetterlagen auf.

Die aktuelle Stadtplanungspolitik ignoriert diesen Sachverhalt. Die optimale Ausnutzung des Grundstücks für den Investor wird angestrebt - bei Bedarf mit Straßenbegleitgrün garniert. Wohnortnahem Grün, echten Grünachsen, lokalklimatisch wichtigen Kaltluftschneisen oder der Vermeidung von innerstädtischen Hitzeinseln werden keine Qualitäten zugesprochen, die es zu bewahren oder zu schaffen gilt.

Wir wollen eine erlebbare Natur- und Artenvielfalt in der Stadt haben. Dazu werden wir städtisches Grün erhalten, schaffen und vernetzen und die Düsseldorfer Grünflächen naturnah weiterentwickeln.

Städtisches Grün erhalten, schaffen und vernetzen

  • Wir werden uns dafür einsetzen, dass die stadtweite Entwicklung und Vernetzung der Biotope intensiviert wird. Der einzelne Baum oder die grüne Fassade sind Mini-Biotope, die zusammen mit Parks und Kleingärten sowie mit den Wäldern und Freiflächen am Stadtrand entwickelt und zu einem Netz verknüpft werden müssen, so dass den Menschen und der städtischen Tierwelt ein großer Lebensraum zugänglich ist und die Stadt gut durchlüftet wird.
  • Mit Dach- und Fassadenbegrünung, Hinterhofentsiegelung und Bäumen werden wir wohnortnahes Grün schaffen und der Überhitzung der dicht bebauten Stadtflächen begegnen.
  • Wir werden darauf hinwirken, dass die Hinweise des Düsseldorfer Freiraum-Informationssystems zum Schutz der Biotope, der Erholungsflächen, des Bodens, des Wassers und des lokalen Klimas beachtet werden.
  • Bei Baumaßnahmen ist es wichtig, dass mit den vorhandenen Grünstrukturen achtsam umgegangen wird. Gerade bei Baumaßnahmen in den dicht bebauten Stadtteilen mit einem Gründefizit werden häufig Bäume gefällt und Grünstrukturen überbaut, die vor Ort aus Platzmangel nicht ersetzt werden können und dann im Rahmen des Flächenpools in Wittlaer, Hubbelrath oder Urdenbach ausgeglichen werden. Dieser Flächenpool ist sinnvoll, weil so Biotope großzügig entwickelt werden können. Doch werden wir uns auch dafür einsetzen, dass in den dichten Innenstadtteilen die Entwicklung von Grünflächen intensiver voran getrieben wird.
  • Bei der Umstrukturierung der Flächen am Hafen legen wir Wert auf eine Grünfläche an der Spitze Bremer Straße zur Stärkung der Biotopvernetzung entlang des Rheines. Bei der Überplanung der Bahnflächen in Oberkassel, des alten VKW-Geländes in Oberbilk, der Reitzenstein-Kaserne sowie der Umstrukturierung in Derendorf wollen wir erreichen, dass die dortigen Gebiete mit großen, sinnvoll vernetzten Grünflächen ausgestattet werden.
  • Eine weitere Auskiesung des Elbsees am Naturschutzgebiet Dreiecksweiher lehnen wir ab.
  • Die Überanger Mark werden wir zum Naturschutzgebiet erklären lassen; sie ist zusammen mit dem Rotthäuser und Morper Bachtal und der Urdenbacher Kämpe Teil des europäischen Biotopverbundes "Natura 2000" und wird durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union geschützt. Im Rahmen des Flächenpools wollen wir diese Gebiete weiterentwickeln.
  • Die Arbeit von NaturschützerInnen werden wir weiter unterstützen. Sie tragen viele wichtige Informationen zusammen und leisten wertvolle pädagogische Arbeit, beispielsweise im Rahmen der Biologischen Station Urdenbacher Kämpe oder in Naturschutzverbänden.
  • Die Bebauung von Hochwassergebieten ist in Zeiten des Klimawandels mit seinen Wetterextremen und Starkregenereignissen nicht mehr verantwortbar. Dies werden wir auch in Düsseldorf durchsetzen.
  • Dem Hochwasserschutz räumen wir einen hohen Stellenwert ein. Im Himmelgeister Rheinbogen müssen wir eine deutliche Vergrößerung des Überschwemmungsgebietes durch eine Rückverlegung der Deiche erreichen.

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