BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Düsseldorf
Wahlprogramm 2004 - 2009

Inhaltsverzeichnis

Soziale Stadt

Integration statt Anpassung

Wir Grünen stehen für eine Kultur des Respekts vor den kulturellen Unterschieden in unserer Stadt und für ein friedliches Zusammenleben aller. Kulturelle Unterschiede begreifen wir als Chance, nicht als Hindernis. Integrationsarbeit ist als gegenseitiger Prozess zu verstehen: es gilt nicht nur, Integrationshemmnisse bei Migrantinnen und Migranten abzubauen,wir möchten auch die Integrationsfähigkeit von Deutschen fördern. Integrationsarbeit ist darüber hinaus als Querschnittsaufgabe aller Bereiche der Kommunalpolitik zu verstehen. In Düsseldorf hat schon jetzt jeder fünfte Mensch einen Migrationshintergrund, in den jüngeren Altersgruppen beträgt der Anteil sogar 30%. Alle Vorhersagen gehen davon aus, dass ihr Anteil in Zukunft stetig steigen wird. Wir setzen uns für eine verstärkte Partizipation und Teilhabe der Menschen nicht deutscher Herkunft (mit oder ohne deutschen Pass) am gesellschaftlichen Leben in dieser Stadt ein. Dazu gehört auch, dass mehr Menschen mit Migrationshintergrund in Rat und Ausschüssen tätig sind, und dass die Interessenvertretung der ausländischen MitbürgerInnen ein größeres politisches Gewicht bekommt. Der Ausschluss von nicht EU-Bürgern von den Kommunalwahlen ist z.B. ein Anachronismus, der gegen Integration und Gleichheit spricht.

Wir werden auf die Verbesserung des interkulturellen Dialogs und der interkulturellen Kompetenz der einheimischen Bevölkerung hin arbeiten. Und wir werden dafür sorgen, dass ein interkulturelles Leitbild für Düsseldorf erstellt wird. Dazu gehört auch, dass wir Orte finden müssen, an denen Migrantinnen und Migranten in Düsseldorf ankommen können. Wir wollen Schutz und Menschenwürde für Flüchtlinge und auch die Menschen gewährleisten, die keinen legalen Aufenthaltsstatus haben, und wir werden uns jedem Ansatz von Fremdenfeindlichkeit und rassistischen Tendenzen entgegenstellen.

Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Religionsausübung grundsätzlich möglich ist, dazu gehört auch die Offenheit gegenüber Gebetshäusern und Moscheen in dieser Stadt. Wir streben ethnisch durchmischte Stadtviertel an.

  • Bündnis 90/Die Grünen unterstützen den Ausländerbeirat Düsseldorf in seinem Bemühen zur Einrichtung eines Integrationsrates mit mehr Kompetenzen.
  • Wir stehen für eine angemessene Förderung der interkulturellen Arbeit der Ausländervereine.
  • Wir werden die Sprachkompetenz fördern, dabei die Angebote effizienter machen. Zweisprachigkeit von Kindern und Jugendlichen soll zum Beispiel durch entsprechendes Personal in den Kindertagesstätten gefördert werden.
  • Wir werden uns bei den Angeboten der Offenen Ganztagsgrundschule für spezielle Angebote für Kinder mit Migrationshintergrund einsetzen.
  • Wir werden bei der Einstellung städtischen Personals darauf hinwirken, dass mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Migrationshintergrund beschäftigt werden. Beim Bürgerservice und besonders bei Beratungsangeboten der Stadt sollen bei Bedarf Übersetzerinnen und Übersetzer zur Verfügung stehen.
  • Wir werden insbesondere die Arbeit von und mit ausländischen Frauen und Müttern unterstützen.
  • Wir werden stadtteilorientierte, umfassende und zielgruppenspezifische soziale Hilfen für die Menschen aus den ehemaligen GUS-Staaten, gerade auch für die Jugendlichen, schaffen.
  • Wir setzen uns für Hilfen ein für die Opfer von Zwangsverheiratung und von Zwangsprostitution durch Finanzierung von Beratungsangeboten und Frauennotwohnplätzen.
  • Wir unterstützen die Arbeit der Fachstelle gegen antidemokratische Tendenzen und fördern Projekte zur Gewaltprävention.
  • Wir setzen uns für die menschenwürdige und sichere Unterbringung von Flüchtlingen ein und wir werden Organisationen, Gruppen und Einzelne unterstützen, die Menschen helfen, die keinen legalen Aufenthaltsstatus haben.
  • Wir werden die kontinuierliche umfassende Berichterstattung der Verwaltung zur Integration weiter einfordern, um auf Entwicklungen und spezielle Probleme reagieren zu können.

Inhaltsverzeichnis
Weiter: Die Bedürfnisse älterer Menschen stärker berücksichtigen