BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Düsseldorf
Wahlprogramm 2004 - 2009

Inhaltsverzeichnis

Soziale Stadt

Die Stadt gehört auch Kindern und Jugendlichen

Kinder und Jugendliche wachsen heute in vielfältigen Familienformen auf. Das kann die klassische Familie mit Vater, Mutter und Kind(ern) sein. Familie sind aber genauso allein Erziehende mit Kindern, Adoptiv- oder Pflegefamilien und gleichgeschlechtliche Paare mit Kindern. Ein Viertel der Düsseldorfer Familien sind allein Erziehende, auch deshalb besteht ein besonderer Bedarf an ganztägigen Kinderbetreuungsangeboten - besonders für Kinder unter drei und über 6 Jahren. Das Programm der Offenen Ganztagsgrundschule ist da ein Schritt in die richtige Richtung und muss weiter vorangetrieben werden. Das Angebot der Ganztagsbetreuung darf aber nicht mit dem Ende der Grundschulzeit vorbei sein. Gerade die hohe Zahl von allein erziehenden Elternteilen benötigt für ihre Kinder weiterführende Schulen, die die Kinder auch am Nachmittag fördern und betreuen. Dass dazu auch ein gesundes Mittagessen gehört, ist selbstverständlich. Nicht nur der Quantität, sondern auch der Qualität der Kinderbetreuung für alle Altersgruppen gilt unser Augenmerk. Düsseldorf als typische Stadt für Singlehaushalte hat Nachholbedarf in Bezug auf kinderfreundliche Politik. Das beginnt bei großen und bezahlbaren Wohnungen, setzt die stärkere Berücksichtigung der Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen in der Stadtplanungs- und Verkehrspolitik voraus und reicht bis in die Bereiche Gesundheit, Bildung und Schule.

Wir Grünen wollen die Stadt als gesunden Lebensraum für Kinder zurückgewinnen und stehen besonders für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, unter anderem durch den Ausbau der Kinderbetreuungsangebote.

  • Wir werden bei allen städtebaulichen und verkehrspolitischen Vorhaben eine konsequente Prüfung auf Kinderfreundlichkeit durchsetzen.
  • Wir werden mehr naturnahe Spielgelegenheiten, attraktive Treffpunkte und Sportmöglichkeiten auch im öffentlichen Raum schaffen. Und wir werden uns für attraktive und saubere Spielplätze einsetzen.
  • Wir wollen, dass sich Kinder in der Stadt besser und sicher bewegen können. Deshalb fördern wir den Ausbau von Fuß- und Radwegen. Dies erhöht nicht nur die Eigenmobilität unserer Kinder und Jugendlichen, sondern kommt allen Menschen, die sich im Umweltverbund bewegen, entgegen.
  • Wir fördern große Wohnungen, in denen Kinder und Jugendliche ein eigenes Zimmer haben, in dem sie spielen, in Ruhe Hausaufgaben machen und schlafen können.
  • Wir setzen uns für ein Modellprojekt ein, in dem Alleinerziehende mit ihren Kindern in einem Haus zu gestaffelten Mietpreisen entsprechend der jeweiligen Einkommenssituation wohnen können.
  • Wir werden dafür sorgen, dass die Präventions- und Hilfsangebote der Stadtverwaltung für Familien besser bekannt gemacht werden und die Zugänge - gerade auch für sozial Benachteiligte und Menschen mit Migrationshintergrund - erleichtert werden.
  • Wir setzen uns für ein bedarfsgerechtes und qualitativ gutes Angebot an Kinderbetreuungsplätzen für unter Dreijährige und mehr flexible und verlässliche Betreuungsangebote für alle Altersgruppen ein. Betreuungsangebote von 7.00 Uhr bis 19.00 Uhr mit maximal drei Wochen Jahresschließungszeiten bis zur Sekundarstufe I müssen gewährleistet sein.
  • Wir unterstützen den Ausbau der Offenen Ganztagsgrundschule für mindestens zwei Drittel aller Grundschulkinder bis zum Schuljahr 2007/2008.
  • Wir sind für kleine Gruppen und mindestens sechs neue integrative Gruppen behinderter und nicht behinderter Kinder im Kindertagesstättenbereich und die (Sprach-)Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund durch interkulturell qualifiziertes Personal.
  • Kinder und Jugendliche sollen da mitreden und mitentscheiden können, wo ihre Lebensbereiche unmittelbar betroffen sind, z.B. durch Kinder- und Jugendforen in den Bezirken und ihre Beteiligung an Bezirksvertretungssitzungen vor Ort. Ebenso auch durch ein institutionalisiertes Mitspracherecht bei der Gestaltung der offenen Kinder- und Jugendarbeit in den Einrichtungen und bei der Spielplatzplanung.
  • Wir werden Bildungsmaßnahmen und Beschäftigungsprojekte für Jugendliche unterstützen, denn wir wollen Jugendlichen ohne Schulabschluss Chancen eröffnen, in den Arbeitsmarkt integriert zu werden.
  • Wir werden mit der Unterstützung von Düsseldorfer Unternehmen einen einkommensabhängigen Familienpass einführen, der allen Eltern von Kindern eine gleichberechtigte Teilhabe an öffentlichen und kulturellen Angeboten und Veranstaltungen ermöglicht. Die Eintrittspreise in Schwimmbädern, Kultureinrichtungen und bei städtischen Veranstaltungen müssen auch mit mehreren Kindern bezahlbar bleiben.

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