BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Düsseldorf
Wahlprogramm 2004 - 2009

Inhaltsverzeichnis

Ökologische Stadt

Stadtentwicklung

Düsseldorf wird langfristig verlieren, wenn die Stadt keine Maßnahmen gegen die Zersiedelung des Umlandes und die soziale Spaltung der Stadt ergreift sowie sich auf eine ältere und multikulturellere Bevölkerung einstellt. Überwiegend junge und kinderlose Menschen ziehen nach Düsseldorf, um hier zu arbeiten oder zu studieren. Doch fast genau so viele Personen verlassen Düsseldorf als Paare mit Kindern beziehungsweise Kinderwunsch - vor allen Dingen ins nähere Umland. In Düsseldorf bleiben diejenigen, die es sich leisten können, in Düsseldorf zu wohnen und die es sich nicht leisten können, ihr Quartier zu verlassen. Diese Entwicklung spaltet die Stadt und ihr Umland in arme und wohlhabende, alte und junge, deutsche und nicht-deutsche sowie kinderlose und kinderreiche Stadtteile.

Die Stadtentwicklungspolitik des Oberbürgermeisters ignoriert die heranziehenden Probleme. Mit weiteren Bürobauten, Stadtautobahnbau und einer zu einseitigen Orientierung auf den Einfamilienhausbau wird die Flucht nach vorne versucht, ohne die Probleme an der Wurzel zu bekämpfen. Obwohl mit dem Bundes- und Landesprogramm "Soziale Stadt" ein hervorragendes Mittel zur Förderung von überforderten Stadtteilen vorliegt, nutzt die Stadt die Möglichkeiten des Programms in Flingern und Oberbilk nur unzureichend. Die lebendige und nicht in unterschiedliche Clubs und Ghettos zerfallene Stadt hat Zukunft, wenn sie eine Aufenthalts- und Erlebnisqualität für alle Bevölkerungsgruppen herstellt. Hierzu gehören bezahlbarer Wohnraum, wohnortnahe Grünflächen genauso wie attraktive Stadtteile und Stadtteilzentren.

In der nächsten Ratsperiode sowie bei der anstehenden Weiterentwicklung des Flächennutzungsplans werden wir flächensparende Stadtentwicklung betreiben, die soziale Spaltung der Stadt verhindern, lebendige Stadtteilzentren schaffen und das Gesicht der Stadt bewahren und weiter entwickeln und uns für folgende Ziele einsetzen:

Flächen sparende Stadtentwicklung

  • Düsseldorf muss mit seinen knappen Bauflächen haushalten, daher müssen Neubauvorhaben flächensparend umgesetzt und ehemals genutzte Flächen saniert werden. Dies gilt vor allen Dingen für den Wohnungs- wie für den Gewerbebau. Viele gewerbliche Betriebe müssen Düsseldorf verlassen, weil sie keine geeigneten Flächen finden. Mit Konzepten für innovative Geschosslösungen für Wohnungs- und Gewerbebauten werden wir dafür sorgen, dass Familien wie Gewerbebetriebe in Düsseldorf bleiben können.
  • Wir werden uns dafür einsetzen, dass Düsseldorfs Grund und Boden wieder überwiegend in Erbpacht vergeben wird, damit die Stadt mehr Einfluss auf ihre Siedlungsentwicklung bekommt.
  • Wir wollen erreichen, dass die meisten der neugebauten Büroarbeitsplätze in der Nähe von S- oder Stadtbahnhaltestellen errichtet werden. Einkaufszentren auf der grünen Wiese lehnen wir ab. Einkaufszentren mit Waren für den nicht alltäglichen Bedarf müssen für das Auto und den öffentlichen Personennahverkehr gleichermaßen verkehrsgünstig liegen.

Soziale Spaltung der Stadt verhindern

  • Wir werden das Programm "Soziale Stadt" in Flingern und Oberbilk nach allen Kräften vorantreiben. Die Flingeraner Flurklinik soll zu einem Vorzeigeobjekt werden, wo nachhaltige Beschäftigung und soziokulturelle Initiativen für den Stadtteil ihr Zuhause haben. Die Aufenthaltsqualität für die Flur- und Birkenstraße muss deutlich erhöht, die Ortsumgehung Oberbilk zweispurig den Verkehr von der Kölner Straße abhalten und mehr Spielgelegenheiten im Viertel geschaffen werden. Die Stadtteilbüros sollen in eine vom Stadtteil getragene Trägerschaft überführt werden.
  • Es ist an der Zeit, dass die Stadtverwaltung aus eigener Kraft die positiven Erfahrungen des Programms auf andere Stadtteile überträgt, wie beispielsweise Rath, Heerdt, Hassels oder Garath. Dort werden wir mit Quartiersmanager/-innen in Stadtteilbüros oder gegebenenfalls in mobilen Einrichtungen den sozialen Zusammenhalt des Stadtteils und das Engagement der BewohnerInnen fördern. Diese sollen durch eigenständige und unabhängige Trägerstrukturen gestützt werden.

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