BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Düsseldorf
Wahlprogramm 2004 - 2009

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Soziale Stadt

Hilfen für Sucht- und Drogenkranke ausbauen - die Interessen und Ängste der Bevölkerung ernstnehmen

Die Bevölkerung, vor allem Kinder und Jugendliche, müssen vor den mit dem Drogenkonsum verbundenen Gefährdungen (Kriminalität, Handel und Konsum in der Öffentlichkeit, Spritzen auf öffentlichen (Spiel)Plätzen etc.) geschützt werden. Dieses Ziel wird aber nicht durch die Vertreibung der Drogenabhängigen erreicht, denn dadurch wird das Problem nur räumlich verlagert. Ein überwiegend ordnungspolitischer Umgang mit der Drogenproblematik, wie er seit dem Amtsantritt des Oberbürgermeisters verfolgt wird, verstärkt die Probleme der Drogenabhängigen, denn schneller, wahlloser und unvorsichtiger Drogenkonsum führt zunehmend zum körperlichen Verfall und zur sozialen Verelendung. Der Zugang zu Hilfsangeboten wird erschwert, auch für die streetworker sind die Klientinnen und Klienten schwerer zu erreichen.

Drogenabhängige, die sich prostituieren, geraten unter einen solchen Druck, dass sie sich bei schnellen "Geschäften" durch Unvorsichtigkeit gesundheitlich zusätzlich gefährden und preisdrückerischen Freiern ausgesetzt sind.

Wir setzen auf Hilfe statt Vertreibung - Drogenhilfe braucht nieder schwellige und Schaden minimierende Hilfeangebote. Dazu gehören unter anderem Drogenkonsumräume (Fixerstuben), damit schwerstkranke Abhängige nicht weiter auf öffentlichen Straßen und Plätzen in Hektik und Stress ihre Injektionen setzen müssen. Denn Drogenkonsum in der Öffentlichkeit gefährdet die Gesundheit der Betroffenen zusätzlich und er beunruhigt die Bevölkerung. In der öffentlichen Diskussion, aber auch in der Fachwelt steht die Heroinsucht im Vordergrund. Dabei wird der Problematik der so genannten legalen Suchtmittel und der Partydrogen nicht genügend Aufmerksamkeit gewidmet.

Wir haben das Ziel, die ständig wachsende Verelendung schwerst kranker Drogenabhängiger zu stoppen und die Suchtprävention zu verbessern, nicht nur im Bereich der illegalen Drogen. Alkoholmissbrauch ist z.B. gerade bei jungen Menschen ein großes Problem. Auch im Bereich der Partydrogen brauchen wir moderne Konzepte - nur warnen und verbieten führt nicht zum Erfolg!

  • Wir fördern die Einrichtung von Beratungsangeboten in den Stadtteilen für Betroffene, aber auch Anlaufstellen für die Anwohnerinnen und Anwohner.
  • Wir werden mindestens einen Konsumraum einrichten (Konzepte liegen bereits seit 1999 auf dem Tisch).
  • Wir streben bei der Methadonsubstitution verbindliche und qualitätssichernde Vereinbarungen zwischen Gesundheitsamt, Ärzten, Therapeuten und Klienten an, wichtig ist dabei die Verbesserung der psycho-sozialen Betreuung der Patientinnen und Patienten.
  • Wir fördern mehr Arbeitsmöglichkeiten und Qualifizierungsangebote für Substituierte, aber auch Abhängige.
  • Wir verbessern die Straßensozialarbeit.
  • Wir schaffen mehr unterschiedliche Wohnangebote und Notschlafbetten.
  • Wir bieten mehr Hilfen für drogenabhängige Prostituierte und Stricher an und entwickeln konkrete Konzepte für die Problematik auf der Charlottenstraße gemeinsam mit den vor Ort tätigen Einrichtungen weiter.
  • Wir sichern die medizinische Hilfe auf der Straße und konzipieren Programme gegen die besorgniserregende Zunahme von HIV, Geschlechtskrankheiten sowie Hepatitis.
  • Wir setzen uns für mehr Entgiftungs- und Therapieplätze ein, vor allem für Jugendliche und Heranwachsende.
  • Wir treiben den Ausbau gezielter Angebote für suchtgefährdete Migrantinnen und Migranten voran.
  • Wir unterstützen Präventionsansätze im Bereich der so genannten Partydrogen, die auf Aufklärung, aber auch auf Schadensminimierung setzen.
  • Wir werden Konzepte gegen den zunehmenden Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen unterstützen.

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