BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Düsseldorf
Wahlprogramm 2004 - 2009

Inhaltsverzeichnis

Ökologische Stadt

Verkehr

Mobilität ist zentraler Bestandteil unserer Gesellschaft. Doch die autoorientierte Organisation des Verkehrs wird zu einer zunehmenden Belastung. Sie ist zu schadstoff- und platzintensiv. Wer wirklich auf das Auto angewiesen ist, soll es nutzen können, doch wird dies in Düsseldorf zunehmend schwieriger. Zwei Drittel der 400.000 Pendlerinnen und Pendler kommen jeden Werktag zum Arbeiten, Shoppen oder anderen Zwecken mit dem Auto nach Düsseldorf. Knapp 42 % der Düsseldorferinnen und Düsseldorfer legen ihre Wege mit dem Auto zurück.

Das Bemühen der Ratsmehrheit um immer neue Möglichkeiten, die PKW- und LKW-Ströme fließen zu lassen, führt zur Selbstblockade des Autoverkehrs in Düsseldorf. Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten. Vierspurige Stadtautobahnen (wie sie z.B. auf dem Gelände des Derendorfer Güterbahnhofs geplant ist) sind keine Lösung für Düsseldorfs Verkehrsprobleme. Für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) oder den Fuß- und Radverkehr gibt es nur Sonntagsreden, aber zu wenig Geld. Die schleppende Umsetzung des einstimmigen Ratsbeschlusses zur "fahrradfreundlichen Stadt" spricht hier Bände. Gute Programme kommen nicht recht voran, weil die Stadt lieber weitere Straßen bauen lässt oder den U-Bahn-Bau voran treibt. Die eingesetzten Finanzmittel stehen dabei in keinem Verhältnis zum Nutzen.

Düsseldorf braucht mehr attraktive Fuß- und Radwege für die zahlreichen in der Nähe liegenden Erledigungen, die 40 % der Wege ausmachen. Für die etwas entfernteren Ziele ist ein attraktiver öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) notwendig, sonst wird die Stadt im Autoverkehr ersticken. Die Alternativen zum Auto entlasten die Umwelt, halten fit, beleben die Straßen, schaffen Platz auf den Straßen für die, die auf ihr Auto wirklich angewiesen sind, und ihr Ausbau ist um mehrfaches günstiger als der weiterer Stadtautobahnen. Würden sie konsequent gefördert, würde in Düsseldorf 20 % weniger das Auto genutzt. Dies wäre auch gerecht gegenüber den rund 40 % der Düsseldorfer Haushalte, die über kein Auto verfügen. Um dies zu erreichen, wollen Bündnis 90/Die Grünen mehr Bewegungsmöglichkeiten im Fuß- und Radverkehr. Wir wollen, dass Düsseldorfs ÖPNV attraktiver wird, Düsseldorfs Verkehr sicher wird, die Mobilität für alle möglich ist und Düsseldorfs Verkehre besser vernetzt werden.

Mehr Bewegungsmöglichkeiten im Fuß- und Radverkehr

  • Mit stadtteilbezogenen Programmen sollen Bilk, Oberkassel und Kaiserswerth fußgängerInnenfreundlich werden. Wir werden uns für die notwendigen Gelder stark machen. Es gibt nicht nur für den Autoverkehr Kriterien für einen komfortablen und fließenden Verkehr, sondern auch für den Fußverkehr. Die Überwege müssen stadtweit sicherer und einfacher werden. Autos und Werbeschilder dürfen nicht länger den Weg einengen und versperren. Die Fußwege müssen auf den Hauptwegen so breit sein, dass sich auch Eltern mit Kinderwagen einander problemlos begegnen können. Und gute Beleuchtung und freie Sicht müssen auch für Fußwege selbstverständlich sein. Das wollen wir.
  • Wir werden uns dafür einsetzen, dass Düsseldorf recht bald den Status einer "fahrradfreundlichen Stadt" erhält. Wir werden dafür sorgen, dass in fünf Jahren das Basisnetz der Bezirksradwegeplanung realisiert ist. Diese sieht ein differenziertes und ausgeschildertes Netz von Haupt- und Nebenrouten vor. Doch trotz erhöhter Finanzmittel würde es ungefähr acht Jahre dauern, bis der erste große Schritt - das Basisnetz - verwirklicht wird.
  • Das Parken auf Radwegen werden wir konsequent bekämpfen.
  • Der Anschluss der Fahrradstraße auf der Bismarckstraße mit einer Fahrradstation am Hauptbahnhof muss endlich erfolgen. So streben wir Fahrradstationen an den Bahnhöfen Bilk und Benrath an.
  • Einkaufsstraßen, wichtige öffentliche Gebäude sowie die S-Bahnhöfe und die wichtigsten Straßenbahnstationen müssen mit (überdachten) Fahrradständern und teilweise Fahrradboxen ausgestattet sein. Auch sollte es möglich sein, im Straßenraum kleine Fahrradparkhäuschen einzurichten, wenn im Haus keine Abstellmöglichkeiten vorhanden sind. Dafür werden wir uns einsetzen.
  • Wir werden uns dafür stark machen, das gute und großstadtgeeignete Bike-Sharing-System der Deutsche Bahn AG auch nach Düsseldorf zu holen.
  • Entlang von Wander- und Fahrradrouten sowie an Haltepunkten des ÖPNV werden wir uns für ein vernetztes Informationssystem einsetzen. Es soll Sehenswürdigkeiten in der Düsseldorfer Natur aufzeigen, die Besucherströme sinnvoll lenken, Wander- und Radstreckenvorschläge machen und über die Erreichbarkeit mit dem ÖPNV informieren.

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