BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Düsseldorf
Wahlprogramm 2004 - 2009

Inhaltsverzeichnis

Ökologische Stadt

Wohnen

Düsseldorf hat mit München und Köln die teuersten Neumieten. Dies merken alle, die auf günstigen Wohnraum angewiesen sind, insbesondere die über 5000 Haushalte, die zur Zeit eine Sozialwohnung suchen. In den nächsten zehn Jahren werden 40 ,% der jetzigen Sozialwohnungen aus der Sozialbindung fallen. Doch auch gestiegene und sich verändernde Ansprüche an die eigenen vier Wände im Rahmen einer alternden Gesellschaft oder der Platzbedarf von Kindern können in Düsseldorf zunehmend weniger befriedigt werden. Dies gilt auch für Bedürfnisse nach innovativen Wohnkonzepten und ­formen. Darüber hinaus beeinträchtigen Verkehrslärm und ­abgase sowie wenig wohnortnahes Grün und wenig Spielplätze die Wohnqualität Düsseldorfs vielerorts deutlich. Der Wohnungsbau ist fast zum Erliegen gekommen. Die von Oberbürgermeister Erwin versprochenen 1000 neuen Wohnungen pro Jahr reichen rechnerisch gerade aus, die wachsenden Wohnraumansprüche der Düsseldorferinnen und Düsseldorfer zu befriedigen, aber nicht Hinzuziehende mit Wohnraum zu versorgen. Sorgt die Stadt nicht bald für - bezahlbaren - Wohnraum, droht Düsseldorf eine neue Wohnungsnot! Diese Situation wird durch die sehr einseitige Einfamilienhausbaupolitik Erwins verschärft. Düsseldorf hat nicht genügend Flächenreserven, als dass der Wohnflächenbedarf überwiegend durch flächenintensive Einfamilienhäuser gedeckt werden könnte. Dem gegenüber wird der Bestand vernachlässigt: Wohnortnahes Grün oder die Entlastung der Stadtteile von Verkehrsproblemen haben keine Priorität. Bündnis 90/Die Grünen verfolgen bei der Wohnungspolitik das Ziel, dass mehr bezahlbare Wohnungen in Düsseldorf gebaut werden, dass vielfältige, innovative und nachfragegerechte Wohnformen geschaffen werden und dass das Wohnumfeld in den Stadtteilen verbessert wird.

Mehr bezahlbare Wohnungen für Düsseldorf

  • In den nächsten fünf Jahren wollen wir erreichen, dass die - in dieser Zeit verfügbaren - gewerblich vorgenutzten Baulandreserven mobilisiert werden. Hier bieten sich die Bahnflächen in Oberkassel, das ehemaligen VKW-Gelände in Oberbilk, die Industriebrache am Benrather Bahnhof, das Gelände der Reitzenstein-Kaserne, die Umstrukturierungsflächen in Derendorf sowie eine Vielzahl der rund 450 Baulücken an.
  • Der permanente Schwund an Sozialwohnungen in Düsseldorf muss gestoppt werden. Mit Hilfe der verbesserten Förderbedingungen des Landes werden wir dafür sorgen, dass sich wieder Investoren im sozialen Wohnungsbau in allen Teilen Düsseldorfs finden. Eine Konzentration der Bestände in wenigen Stadtteilen ist nicht mehr zeitgemäß. Mit einem Belegungsmanagement sollen sie sozial-integrativ weiterentwickelt werden.

Inhaltsverzeichnis
Weiter: Vielfältige, innovative und nachfragegerechte Wohnformen schaffen